Der Vorschlag
Die Joint People's Assembly wurde auf Basis von Erkenntnissen entwickelt. Hier wird erläutert, wie sie strukturiert ist, wie die Delegierten ausgewählt werden und wie der Prozess abläuft.
Jeder erfolgreiche moderne Friedensprozess weist vier strukturelle Elemente auf: internationale Begleitung, Einbeziehung verschiedener Interessengruppen in allen Phasen, Beteiligung sektorenübergreifender Interessengruppen und volle Transparenz der Verhandlungen. Die Joint People's Assembly ist darauf ausgelegt, alle vier von Beginn an einzubeziehen — nicht als Wunschvorstellung, sondern als strukturelle Anforderung.
Die Versammlung ruht auf drei strukturellen Paritäten — keine Ideale, sondern Designanforderungen, die dem Prozess sowohl Legitimität als auch praktische Wirksamkeit verleihen.
Geschlechterparität
Gleiche Vertretung von Männern und FrauenGleiche Anzahl männlicher und weiblicher Delegierter — von Anfang an in den Wahlregeln für jede teilnehmende Organisation verankert, nicht als nachträgliche Quote angewendet.
ℹ Why this?
Territoriale Parität
Gleiche Vertretung beider SeitenEine gleiche Anzahl von Vertretern aus dem eigentlichen Israel (einschließlich aller Minderheiten) und den palästinensischen Gebieten — West Bank und Gaza, einschließlich ihrer Minderheiten und jüdischen Siedler.
ℹ Why this?
Parität zwischen Politik & Zivilgesellschaft
Sowohl politische als auch zivile Stimmen am TischGleiche Anzahl von politisch ernannten Delegierten — entsandt von den gewählten Parteien im Verhältnis zu ihrem demokratischen Gewicht — und von der Zivilgesellschaft gewählten Delegierten, die aus organisierten zivilen Sektoren stammen.
ℹ Why this?
Delegierte der Zivilgesellschaft
Delegierte der Zivilgesellschaft werden direkt von ihren Sektoren gewählt. Zu den wahlberechtigten Sektoren gehören Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände, Bürgerorganisationen und NGOs, religiöse Institutionen, Wirtschafts- und Berufsverbände, akademische Institutionen, Kultur- und Kunstorganisationen sowie Jugendorganisationen.
Das Aufnahmekriterium ist einfach: Delegierte dürfen kein Mitglied einer terroristischen Organisation sein. Dieses strukturelle Kriterium — keine politische Prüfung durch Regierungen — löst die Hamas-Sackgasse auf. Hamas kann ein Gremium, das nicht aus ihrem politischen Ökosystem hervorgeht, weder autorisieren noch delegitimieren.
Politische Delegierte
Politische Delegierte werden von den Parteien im Verhältnis zu ihrem Gewicht bei demokratischen nationalen Wahlen ernannt. Eine Version des Vorschlags sieht vor, Vertreter der Bürgermeister aus den zehn bevölkerungsreichsten Städten jedes Gebiets als Teil des politischen Kontingents aufzunehmen.
Diese proportionale Ernennung stellt sicher, dass die politischen Strömungen innerhalb jeder Gesellschaft vertreten sind — während die zivilgesellschaftliche Hälfte der Versammlung gewährleistet, dass das politische Establishment den Prozess nicht dominieren kann.
In Anlehnung an den von der Friedensprozessforscherin Thania Paffenholz entwickelten Rahmen umfasst die Versammlung drei verschiedene Modi des zivilgesellschaftlichen Engagements, die jeweils eine andere Funktion erfüllen.
Inklusive Kommissionen
Gemeinsame Gremien, bestehend aus Delegierten der Versammlung und Vertretern der Zivilgesellschaft beider Seiten, die sich mit spezifischen Themenbereichen befassen. Die Zivilgesellschaft leistet ihren Beitrag durch gezielten Dialog und Fachwissen in einem abgegrenzten, strukturierten Format.
ℹ Why this?
Hochrangige Workshops zur Problemlösung
Weniger formelle Foren, in denen Akteure der Zivilgesellschaft und Gemeindevertreter mit den Delegierten der Versammlung interagieren, Vertrauen aufbauen und Lösungen außerhalb formaler Zwänge erkunden. Diese Workshops schaffen Raum, um historische Kränkungen und Traumata in flüssigeren Diskussionen zu bewältigen, als es die offiziellen Kanäle erlauben.
ℹ Why this?
Regelmäßige öffentliche Konsultationen
Öffentliche Foren, die ein breiteres Spektrum an Perspektiven ermöglichen und den Bürgern eine direkte Möglichkeit bieten, mit der Versammlung in Kontakt zu treten. Diese Verbindung stellt sicher, dass die Verhandlungen nicht von den gesellschaftlichen Bedürfnissen und Stimmungen losgelöst sind, und fördert die Legitimität sowie einen breiteren Weg zur Heilung durch kollektive Beteiligung.
ℹ Why this?
Eine Koalition von 'Friends of Pax Democratica Palestine-Israel' — bestehend aus Regierungen, internationalen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gremien, die sich dem Prozess verpflichtet fühlen — bietet drei Dinge: Vermittlung bei Pattsituationen in der Versammlung, finanzielle Unterstützung für die gesamte Operation und politische Legitimität, die den Prozess gegen den Druck regionaler Störer abschirmt.
Jeder Delegierte erhält das gleiche Gehalt und das gleiche Budget für sein Büro und seine Mitarbeiter, finanziert durch die Koalition. Gleiche Ressourcen sind sowohl praktisch als auch symbolisch: Beide Völker treten sich als Gleichberechtigte gegenüber. Das Einfließen von Geldern in die Gemeinschaften durch Partizipation erhöht zudem die öffentliche Akzeptanz des Prozesses.
Die Koalition spielt eine Schlüsselrolle bei der Ausübung von Druck auf die Knesset und den Palestinian Legislative Council, um die entsprechenden Gesetze zu verabschieden, welche die Wahlen zur Versammlung autorisieren und finanzieren — wodurch die Unterstützung für die Versammlung zur Bedingung für diplomatisches und wirtschaftliches Engagement wird.
ℹ Why this?
Die großen, sektorübergreifenden Delegationen der Versammlung werden naturgemäß die Kränkungen und Traumata zur Sprache bringen, die in diplomatischen Verhandlungen stets beiseitegeschoben wurden. Der Prozess schafft in seiner Agenda formellen Raum dafür, dass Zeugenaussagen am Tisch gehört und Denkmäler für vergangene Gräueltaten gemeinsam anerkannt werden.
Kollektive Traumata werden nicht aufgeschoben, bis die 'echten' Verhandlungen beginnen. Dies stützt sich auf die zentrale Erkenntnis der Übergangsjustiz: Ein dauerhafter Friede erfordert etwas, das der Wahrheit und Versöhnung näher kommt als ein unter Druck unterzeichneter Vertrag. Gemeinschaften, deren Leid nicht anerkannt wurde, werden Abkommen nicht respektieren, die von ihnen verlangen, einfach weiterzumachen.
ℹ Why this?
Die Argumente liegen auf dem Tisch. Jetzt beginnt die Arbeit.
Das Wirkungsvollste, was Einzelpersonen tun können, ist Lobbyarbeit bei den Friedensorganisationen zu leisten, zu denen sie Zugang haben — sie zu drängen, diesen Vorschlag ernsthaft zu debattieren und den Aufbau einer Koalition zu unterstützen, die sich dafür einsetzt.